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Die evopark News

Experteninterview: Nico Schlegel (EasyPark)

Nico Schlegel ist nun seit über sechs Jahren Managing Director der EasyPark GmbH. Wir haben ihn zum digitalen Wandel in der Branche des Parkens befragt und über die Vision der zukünftigen E-Mobilität gesprochen.

In den vergangenen Jahren hat sich vieles im Mobilitätssektor verändert. Welche Erfahrungen hast Du im Laufe der Zeit in der Branche gesammelt?

Man braucht einen langen Atem, um etwas zu bewirken. EasyPark war schon seit längerem überzeugt, dass das Kameraparken die Zukunft der Parkhäuser ist, aber es hat lange gedauert bis der Zug ins Rollen kam, aber jetzt nimmt der Zug Fahrt auf. EasyPark hat in den letzten Jahren bereits seine Ausdauer im Bereich On-Street-Parken bewiesen und ist jetzt Europas Park-App Nr.1 und betreut mehr als 2.200 Städte in 20 Ländern und arbeitet mit vielen privaten Parkraumbewirtschafter*innen zusammen. Mit gleicher Beharrlichkeit werden wir jetzt zusammen mit unseren Partner*innen daran arbeiten, das Kameraparkenvoranzubringen.

EasyPark und evopark arbeiten nun schon eine ganze Weile zusammen. Wie erfährst Du die Partnerschaft und welchen Mehrwert siehst Du in der Kooperation?

Beide Organisationen können auf immense Erfahrung zurückblicken und ergänzen sich hervorragend im Leistungsspektrum. Es gibt einen konstruktiven Austausch und beide arbeiten kontinuierlich daran, das Angebot weiter im Sinne der Kund*innen (Parkraumbewirtschafter*innen) zu verbessern. Dies gibt den Kund*innen Vertrauen, den Schritt hin zu neuen innovativen Lösungen zu gehen. Scheidt & Bachmann ist eine starke Mutter, die gerade in Deutschland viel bewirken kann.

Nicht zuletzt wegen der Übernahme von PARK NOW ist EasyPark zweifellos ein internationales Schwergewicht im Bereich „Digital Parking“ – wo geht die Reise für Euch hin und was sind die wichtigsten Meilensteine für 2022 und 2023?

EasyPark ist ein starker und verlässlicher Partner und versucht weiterhin durch Innovationen zu überzeugen. Die Akquisition von PARK NOW erlaubt uns, die besten Ideen und Lösungen aus beiden Firmen zu verbinden. Kein Anbieter im Bereich „Digital Parking“ beherrscht das Kameraparken wie EasyPark und wir werden daran arbeiten, dass dies so bleibt. Wir sind außerdem Vorreiter im Bereich der Integration des digitalen Parkens in das Cockpit – sei es über direkte Integrationen in die Software der Automobilunternehmen (z.B. Mercedes-Benz MUBX) oder die Einbindung in Standardbetriebssysteme wie z.B.Android Automotive (z.B. Volvo, Polestar) oder auch die Spiegelung des Handys im Cockpit (z.B. Apple CarPlay oder Android Auto).

Diese Vorreiterrolle werden wir auch in den nächsten beiden Jahren weiter ausbauen. Wir werden in 2022 auch in Deutschland das Abrechnen von Elektrofahrzeugen in derselben App anbieten. Wir werden weiter in unser FIND-System zum Finden von freien Parkplätzen investieren und dies auch nutzen, um die Autofahrer*innen in Garagen zu navigieren und so den Kommunen zu helfen, den Parksuchverkehr zu reduzieren. Wir möchten die Städte bei der Umgestaltung der Innenstädteunterstützen und dabei helfen, Städte noch lebenswerter zu machen. Digitales Parken heißt für uns auch, insbesondere imBereich Zahlungsmittel immer auf der Höhe der Zeit zu sein – daran werden wir konsequent arbeiten. Neben den Klassikern wieKreditkarte und Lastschrift bieten wir daher auch PayPal, ApplePay oder giropay an. Nachhaltigkeit definiert als „Lösungen mit Zukunft“ heißt in diesem Zusammenhang ganz eindeutig auch Vielfalt.

Welche Funktionalität bzw. welchen Benefit schätzen die Endnutzer*innen („Parker*innen“) am meisten, wenn sie EasyPark benutzen?

Unsere Kund*innen lieben die Einfachheit, mit der sich Parkvorgänge am Straßenrand starten, stoppen und verlängern lassen – in über 400 Städten Deutschlands. Außerdem die Vielfalt im Bereich der Zahlungsmittel sowie die Möglichkeit, EasyPark nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub in 20 Ländern Europas nutzen zu können. Und natürlich hat auch die Verbindung von On-Street und Off-Street ein riesiges Potenzial, an dessen Verwirklichung – besonders was die Off-Street-Seite betrifft – wir in Deutschland mit Hochdruck arbeiten. Immer wichtiger wird auch das Laden von Elektrofahrzeugen, was wir als Dienstleistung in Deutschland ebenfalls mittelfristig anbieten werden. Und Nutzer, die schon einmal unsere FIND-Lösung ausprobiert haben, sind fasziniert, mit welcher Präzision wir Vorhersagen machen können. Mit anderen Worten – EasyPark wird immer attraktiver.

On-Street Beispiel

Welche Funktionalität bzw. welchen Benefit schätzen die Parkhausbetreiber*innen am meisten, wenn sie EasyPark für die Nutzung in ihrem Parkhaus freigegeben haben?

Wir stehen in Deutschland mit dem Kameraparken noch ganz am Anfang, auch wenn wir Vorreiter sind. Gemeinsam mit unseren Partner*innen, den Parkhausbetreiber*innen, sehen wir vielversprechende Entwicklungen bei der Nutzung. Für den Erfolg muss sichergestellt werden, dass ausreichend Informationen über den Service in den Parkhäusern vorhanden sind. Da können wir sehr zielführend beraten. Unsere umfassende Erfahrung – auch aus dem Ausland – hilft uns, dass die Einführung zumeist sehr reibungslos läuft. Es gibt für eine/n Autofahrer*in unterschiedliche Abläufe hinsichtlich der Nutzung des Kameraparkens. Auch da sind wir Expert*innen.

Wie seht Ihr bei EasyPark die Rolle des „PKW-Individualverkehrs“ in den nächsten fünf Jahren und in den nächsten 20 Jahren?

Wir sind Dienstleister und versuchen zuallererst unseren Partner*innen, den Städten und den privaten Parkraumbewirtschafter*innen bei der Umsetzung ihrer Ziele zu helfen. Da sehen wir oftmals gemeinsame Interessen zwischen allen Akteur*innen: etwa die Innenstädte attraktiv zu halten oder wieder attraktiv zu machen. Dazu gehört eine Reduktion des Parksuchverkehrs und das einfache Erreichen der Innenstädte. Dazu gehört auch die Umwidmung von öffentlichem Parkraum und die bessere Auslastung von Parkgaragen. Dazu gehört aber auch der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und letztendlich auch das Forcieren von alternativen Mobilitätsangeboten (ÖPNV, Carsharing, Fahrrad, etc.).

Inwieweit der Individualverkehr dabei an Relevanz verliert, hängt dabei einerseits vom Ausbau dieser Alternativen und ihrer Einbindung in sinnvolle Mobilitätskonzepte ab und andererseits von den Bedürfnissen der Bürger*innen. Wo genau der Schnittpunkt in Zukunft sein wird, ist noch kaum vorherzusagen. Klar ist – es wird Veränderung geben. EasyPark wird dabeiimmer eine konstruktive Rolle spielen und versuchen, die Veränderungen im Sinne der Kunden*innen/Partner*innen voranzubringen. Wir engagieren uns daher auch in Mobility-as-a-Service-Initiativen, um dort unser Knowhow einzubringen – unsere Park-Daten ermöglichen es uns, Kommunen, Betreiber*innen und Mobilitätsanbieter hier fundiert zu beraten.

Welche Rolle spielen speziell Parkhäuser bei dieser Entwicklung und seht Ihr eine Bedrohung durch den Trend, in manchen Großstädten das On-Street-Parken einzuschränken?

Klar ist, dass die Bedeutung von Parkhäusern besonders in zentrumsnahen Stadtgebieten zunehmen wird. In Zukunft wird für private Fahrzeuge weniger Raum am Straßenrand reserviert sein. Wir sind dabei insbesondere Dienstleister für die Städte und helfen ihnen, ihre Visionen der Innenstadt der Zukunft umzusetzen. Hier kann man Unterschiede zwischen Metropolen sehen, die attraktive, gut besuchte Innenstädte managen und anderen Städten, die sich mehr Sorgen darüber machen, wie verhindert werden kann, dass die Geschäfte in den Innenstädten weitere Kund*innen an das Online-Shopping verlieren.

Abzuwarten bleibt ferner, wie sich die Bürger*innen zukünftig verhalten werden und ob/wie neue attraktive Mobilitätsangebote und bessere/günstigere ÖPNV-Angebote den Individualverkehr beeinflussen werden. Es bleibt die Frage, wie die Bürger*innen aufEinschränkungen im Individualverkehr reagieren werden, wenn durch Elektrofahrzeuge das „schlechte Gewissen“, ein Auto zu fahren, abnimmt und andere Gründe, wie z.B. bessere/andere Nutzung von öffentlichem Raum und Kosten der Nutzung des öffentlichen Raums in den Vordergrund gestellt werden müssen. Corona war hier sicherlich nicht hilfreich, um ein Umdenkenbei den Bürger*innen zu erreichen.

Wir sehen hier vor allem Chancen bei der Gestaltung zu helfen, denn die Digitalisierung steht noch am Anfang und wir bieten nicht nur Lösungen für On- und Off-Street an, aber zusätzlich die notwendigen Tools, um die Situation transparent zu machen und daraus faktenbasierte Entscheidungen abzuleiten. Wir können viele Fragen beantworten: wie viele Parkplätze gibt es in einer Stadt, wie viele davon sind für E-Fahrzeuge, wie viele davon für behinderte Mitbürger*innen reserviert und wo sind die; wie ist die Auslastung im Bereich X zur Zeit Y und welche Veränderungen gab es nach der Preisveränderung in Zone Z. Wir können helfen, die Bürger*innen in die Garagen zu navigieren, indem wir transparent machen, wie lange die Parksuchzeit im Bereich A an der Straße ist und wie viele freie Parkplätze es in der Garage nebenan gibt. Wir sehen also keine Bedrohung, sondern die Chance, mit unserer Expertise bei der Gestaltung der Zukunft zu helfen – imSinne unserer Vision „Make cities more livable“.

Welche Rolle spielt EasyPark beim Thema „E-Charging“?

Dies ist bereits fester Bestandteil unseres Serviceportfolios in einigen skandinavischen Ländern und wir planen damitin 2022 auch in Deutschland an den Start zu gehen.

Aus Eurer Sicht, wie digital ist das Parken bereits heute und was kann/sollte sich verändern?

Die wesentliche Technik existiert bereits. Jetzt geht es darum, diese auch einzusetzen. Im On-Street-Bereich gibt es bereits ca. 700 Kommunen in Deutschland, welche Parkmöglichkeiten mit einer App wie z.B. EasyPark anbieten. Im Off-Street-Bereich gibt es aber noch viel Nachholbedarf.

Welche Tipps zum Thema „Digital Parking“ möchtest Du unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Wenn Sie Fragen zum Thema „Digital Parking“ haben, sprechen Sie gerne mich oder eine/n meiner Kollegen*innen an. Wirhelfen gerne.

Vielen Dank für den aufschlussreichen und interessanten Input aus dem digitalen Sektor der Mobilitätsdienstleister! Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast.

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